Wechselschaltung

Die Wechselschaltung

Spricht man von einer Wechselschaltung, so denkt der Laie wahrscheinlich, dass es darum geht, mit einem Schalter irgend etwas auszuwechseln. Was eine Wechselschaltung ist, warum sie so heißt und wie sie genau funktioniert, darüber soll der folgende Text Aufschluss geben.

Was ist eine Wechselschaltung?

Mit Wechselschaltung meint man eine Verschaltung zweier Lichtschalter, die beide die selbe Lampe ein und aus schalten können. Wie man sieht bewegt man sich hier auf dem Gebiet der Elektrotechnik. Strom, der aus der Steckdose kommt ist lebensgefährlich! Das bedeutet in erster Linie, dass jeder, der sich an dieser Schaltung versuchen möchte, entweder eine Batterie mit ungefährlichen 6 Volt als Spannungsquelle nutzt oder sich jemanden zu Hilfe holt, der sich mit Elektrotechnik auskennt.

Vorsicht! Strom aus der Steckdose ist lebensgefährlich!

Vorsicht! Strom aus der Steckdose ist lebensgefährlich!

Zurück zu unserer Schaltung

Wie gesagt, nutzt man sie zum Schalten einer Lampe von zwei Schaltstellen aus. Anwendung findet diese Schaltung meist in Räumen, die zwei Türen besitzen. So kann man die Lampe einschalten wenn man den Raum betritt und sie wieder ausschalten wenn man den Raum durch die andere Tür verlässt. Auch in Treppenhäusern findet man oft Wechselschaltungen.

Aber warum heißt sie Wechselschaltung?

Die Herkunft des Begriffes ist nicht vollkommen geklärt. Man kann aber davon ausgehen, dass sie deswegen so heißt weil man zum Beispiel mit Schalter 1 die Lampe einschalten kann und mit Schalter 2 wieder aus. Lässt man Schalter 2 aber eingeschaltet, kann man auch mit Schalter 1 die Lampe wieder ausschalten. Fachlich ausgedrückt könnte man sagen, dass die Priorität der Schalter wechselt.

Und wie genau funktioniert diese Schaltung?

Anhand eines Schaltplans lässt sich der Aufbau einer Wechselschaltung leicht nachvollziehen.

Anhand eines Schaltplans lässt sich der Aufbau einer Wechselschaltung leicht nachvollziehen.

Schaut man sich einen Wechselschalter genau an, so sieht man auf dessen Rückseite meist einen Aufdruck, der das Innenleben des Schalters schematisch darstellen soll. Man sieht einen Eingang und zwei Ausgänge. Bezeichnen wir den Eingang mit E und die Ausgänge mit A1 und A2. Die Wippe, die auf dem Schaltkontakt befestigt ist, also der Teil, den wir mit der Hand betätigen, schaltet einmal die Verbindung von E zu A1 und beim nächsten Schalten von E zu A2. An den E-Anschluss kommt die stromführende Leitung von der Sicherung. Man erkennt nun schon, dass dieser Strom entweder auf A1 oder auf A2 geschalten werden kann. Je nachdem wie die Wippenstellung ist.

Man könnte mit einem solchen Schalter also schon eine Lampe ein- und ausschalten.
Um eine Wechselschaltung zu realisieren benötigen wir einen zweiten Schalter. Hier sind die gleichen Symbole aufgedruckt wie bei dem anderen Schalter. Hier nutzen wir allerdings die beiden Ausgangskontakte als Eingang und den eigentlichen Eingang führen wir mit einer Leitung zur Lampe. A1 und A2 des ersten Schalters verbindet man nun mit E1 und E2 (die beiden Eingänge des zweiten Schalters).

Wenn man sich nun die Schaltung betrachtet erkennt man, dass immer einer der beiden Ausgänge (A1 oder A2) stromführend ist. Genauso sieht man, dass immer entweder E1 oder E2 des zweiten Schalters stromführend ist. Je nachdem, wie die beiden Wippen stehen, ist A des zweiten Schalters entweder stromführend, die Lampe leuchtet also, oder nicht stromführend.

Wie realisiert man eine Wechselschaltung?

Die typische Situation, in der die Installation einer Wechselschaltung sinnvoll ist, das ist z. B. ein langer Flur. Wer da von der Küche zum Schlafzimmer geht, möchte das Flurlicht in der Nähe der Küche einschalten und beim Abtauchen ins Schlafzimmer ausschalten. Egal ob nun noch ein Nachzügler aus der Küche kommt, oder derjenige im Schlafzimmer plötzlich noch mal Hunger bekommt – der nächste Schalterdruck, wo auch immer, soll das Licht erst mal wieder einschalten.

Material und Verdrahtung

Abgesehen von der obligatorischen Ermahnung an dieser Stelle, dass man zur Installation auf jeden Fall einen Elektriker beauftragen sollte, auch aus versicherungstechnischen Gründen, lässt sich zum Thema inhaltlich so viel sagen:
Für den Stromkreis mit einer Wechselschaltung werden also zwei Wechselschalter benötigt. Die heißen so und können unter dieser Bezeichnung z. B. im Baumarkt von jedem käuflich erworben werden. Der Wechselschalter hat 3 Kontakte, nennen wir sie Kontakt-1, Kontakt-2 und Kontakt-3. Vorsicht, Lebensgefahr! Zwei davon sind immer mit Phase verbunden, wenn die Wechselschaltung fertig installiert ist. Der mittlere Kontakt-1 wird direkt mit der Phase verbunden. Von dort aus verbindet der Schalter entweder zu Kontakt-2 oder zu Kontakt-3, je nach Schalterstellung. Nun werden zwei (Phasen)Leitungen von Kontakt-2 und von Kontakt-3 weiter geführt bis hinten ans Ende des langen Flures, und dort wird die Wechselschaltung am zweiten Wechselschalter dadurch komplettiert, dass diese Leitungen hier ebenfalls, geradezu spiegelbildlich an Kontakt-2 und Kontakt-3 angeschlossen werden. Der letzte Kontakt-1 des zweiten Schalters wird dort wieder mit der Phase desselben Stromkreises verbunden, fertig ist die Wechselschaltung. Warum?

So funktioniert es

Wenn beide Schalterstellungen die Brücke zwischen Kontakt-1 und Kontakt-2 gleichzeitig schließen, ist der Stromkreis geschlossen, und es brennt Licht.
Wenn beide Schalterstellungen die Brücke zwischen Kontakt-1 und Kontakt-3 gleichzeitig schließen, ist der Stromkreis ebenfalls geschlossen, und es brennt wieder Licht.
Wenn der erste Schalter Kontakt-1 und Kontakt-2 verbindet, und der zweite Schalter zu diesem Zeitpunkt Kontakt-1 und Kontakt-3 schließt, dann ist die Verbindung sowohl am ersten Schalter bei Kontakt-3 als auch beim zweiten Schalter an Kontakt-2 unterbrochen, und das Licht ist aus. Egal bei welchem der beiden Schalter jetzt einseitig der Schalter umgelegt wird, es wird auf jeden Fall wieder zur Stromkreisschließung kommen und das Licht geht an.

Zum Schluss ein kleines Beispiel

Der Strom fließt über E (Schalter 1) auf A1. Von A1 fließt er weiter zu E1 (Schalter 2). Da dieser aber gerade so geschaltet ist, dass E2 mit dem Ausgang verbunden ist, leuchtet die Lampe nicht. Ich könnte nun also entweder den ersten Schalter oder den zweiten betätigen, um die Lampe leuchten zu lassen.

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